Meine Rede zur Bewerbervorstellung

Für alle, die bei der offiziellen Bewerbervorstellung der Gemeinde in der Eichendorffhalle nicht mit dabei sein konnten und für die, die meine Vorstellungen und Ziele für die zweite Amtszeit noch einmal nachlesen möchten, veröffentliche ich hier meine Rede vom 28.9.2012.

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Rede zur offiziellen Kandidatenvorstellung der Gemeinde Gottmadingen

Guten Abend meine Damen und Herren,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Gottmadingen Ebringen, Bietingen und Randegg,

Ich freue mich, dass Sie heute so zahlreich erschienen sind.

Sie unterstreichen damit eindrucksvoll, wie wichtig Ihnen die Bürgermeisterwahl am 14. Oktober ist. Vor acht Jahren haben Sie mich mit großer Mehrheit zu Ihrem Bürgermeister gewählt. Ich habe mich damals unglaublich gefreut über diesen Vertrauensbeweis. Ich habe hart gearbeitet, habe die Projekte angepackt und auch bald gemerkt, dass ein Bürgermeister-Alltag manchmal nicht viel Zeit für Freunde und Familie lässt. Aber das ist vollkommen in Ordnung. Mich voll und ganz für meine Heimatgemeinde, für die Gemeinde, die mir am Herzen liegt, einzusetzen, das ist eine Ehre für mich.
Meine Arbeit ist mir ans Herz gewachsen und ich freue mich jeden Tag darauf, mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern daran zu arbeiten, Gottmadingen voran zu bringen. Es macht mir Spaß, dabei jeden Tag aufs Neue gefordert zu werden.
Ich habe klare Vorstellungen, was in den nächsten acht Jahren zu tun ist und wohin die gemeinsame Reise für unseren Heimatort gehen soll. Gottmadingen ist eine Gemeinde mit hoher Lebensqualität. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, diese Qualität zu erhalten und weiter zu entwickeln:
• Arbeitsplätze für die Menschen vor Ort sichern
• Die Infrastruktur von den Schulen bis zu den Straßen erneuern
• Bauplätze für junge Familien schaffen
• Die Vereine fördern
Dabei nicht mehr zu versprechen als ich halten kann und die Dinge im Dialog mit Ihnen zu entwickeln, ist mein Anspruch an mich selbst.

Meine Damen und Herren,
ich habe jetzt acht Jahre lang Zeit gehabt, als Bürgermeister etwas auf die Beine zu stellen. Ich denke, die Bilanz dieser Jahre – sie kann sich sehen lassen.
Gottmadingen ist schuldenfrei.
Und trotzdem haben wir ganz viel investiert. Jedem von Ihnen fällt sicherlich sofort ein Beispiel unmittelbar aus seinem Lebensbereich ein, von der Lindenstraße bis zum Schulhaus in Ebringen, vom Kunstrasenplatz bis zur Kleinkindbetreuung, wo die Gemeinde in den letzten Jahren Geld in die Hand genommen hat. Die Schule in Bietingen, das Feuerwehrhaus, die Schulsportplätze, die Schule in Randegg, die Halle in Randegg, die Fahr-Kantine, Straßenbau in der Lindenstraße und vieles andere mehr haben wir in Angriff genommen.
Insgesamt haben wir stolze 18 Millionen Euro investiert.

Gottmadingen ist schuldenfrei.
Wir haben uns von jährlichen Zinszahlungen von über 200.000 Euro befreit und gerade dadurch entstehen neue Spielräume für die Zukunft. Den Haushalt der Gemeinde wieder auf gesunde Füße zu stellen, das, meine Damen und Herren, hat harte Arbeit, Fleiß und Disziplin bedeutet. Ich weiß, man macht sich nicht nur Freunde, wenn man nicht jeden Wunsch erfüllen kann. Aber mit dem Amtseid habe ich Ihnen versprochen, zum Wohle von Gottmadingen zu handeln und das habe ich konsequent gemacht.
Manche werfen mir vor, dass ich auf diesem Weg der letzten acht Jahre manchmal etwas zu hart und ungeduldig gewesen sei. Ich bin offen für diese Kritik.
Ich nehme mir persönlich vor, einen etwas moderateren, entspannteren und umgänglicheren Stil zu finden.

Für die Zukunft will ich mit Ihnen in eine breite Diskussion eintreten, wie wir die neu gewonnen Spielräume nutzen können, ohne sie gleich wieder zu verspielen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass wir auch Rücklagen brauchen, denn wenn die Konjunktur einbricht und wenn wir Großprojekte wie die Sanierung der Eichendorffschulen oder unser Höhenfreibad – wofür ich klar stehe – angehen wollen, dann dürfen wir nicht sofort wieder finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen.
Ich spüre aber auch und verstehe sehr gut, dass auch Sie, die Bürgerinnen und Bürger, eine Entlastung möchten. Berechtigte Wünsche für die Nutzung des neuen Spielraums gibt es viele. Mehr Grünflächenpflege, mehr Straßensanierung, mehr Schnee räumen im Winter, Grundsteuer runter, Hundesteuer runter, mehr Geld ins Schulbudget, die Investitionsprojekte schneller voran treiben, weniger Hallengebühren, niedrigere Kindergartenbeiträge. Die Frage der Zukunft ist: was ist uns am Wichtigsten. Aus den vielen Gesprächen mit Ihnen weiß ich, dass es dazu sehr unterschiedliche Vorstellungen gibt, also müssen wir uns auch in den kommenden acht Jahren zusammenraufen – dürfen uns dabei aber auch nicht in die Tasche lügen. Es wäre leicht Ihnen einfach alles zu versprechen, aber das kann nicht aufgehen. Ein seriöses Wahlprogramm für 8 Jahre muss anders aussehen. Klar ist, jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden oder als Entlastung in Form von niedrigen Steuern oder Gebühren nicht eingenommen werden. Auch wenn diese Diskussion sicher nicht einfach wird, ich freue mich darauf.

Wie geht es in den kommenden Jahren weiter in unserem Heimatort Gottmadingen? Was sind die zentralen Projekte? Wo setzen wir dabei gemeinsam die Schwerpunkte? Das sind die Fragen, auf die Sie am heutigen Abend von Ihrem Bürgermeister ebenfalls eine Antwort und eine Richtung erwarten dürfen.

Nächste Woche werden wir nach langen, zähen Verhandlungen den ersten Spatenstich zum neuen Fachmarktzentrum Stegleacker machen. Damit werden wir Kaufkraft nach Gottmadingen zurückholen und auch die Fachgeschäfte in der Ortsmitte fördern. Aus vielen persönlichen Gesprächen weiß ich, dass die guten Einkaufsmöglichkeiten ein Trumpf von Gottmadingen sind. Daher werde ich mich weiter mit aller Kraft dafür einsetzen und im Gespräch mit den Gewerbetreibenden vor Ort mich und die Gemeindeverwaltung als Partner einbringen.

Im Zusammenhang mit dem Stegleacker werden wir am Bahnhof einen Park-and-Ride-Parkplatz anlegen. Es ist mir ein Anliegen, die Nutzung des Halbstundentakts auf der Bahn noch attraktiver zu machen. Mit Nachdruck habe ich mich bislang für einen Steg über die Bahn eingesetzt und will dieses Projekt zeitnah zu Ende bringen. Ich bin sicher, dass die mit zwei Aufzügen seniorengerechte Einrichtung den Täschen hervorragend mit dem Ort verbinden wird. Und eines ist sicher: An der Erneuerung der Bahnunterführung in der Hilzinger Straße und am Land, das ärgerlicher Weise das Geld nicht bereit gestellt hat, bleibe ich mit dem nötigen Biss dran.

Auch der Neubau des katholischen Kindergartens beginnt in diesen Tagen. Gemeinsam mit der katholischen Kirche haben wir eine gute Lösung gefunden, auch für die Übergangszeit. Im Kindergarten Täschen möchte ich die Kleinkindbetreuung ausweiten und so die Möglichkeiten für junge Familien schaffen, Beruf und Kinder besser unter einen Hut zu bringen. Ich habe mich bereits um 120.000 Euro Zuschuss gekümmert und damit eine gute Basis für den Anbau geschaffen. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist mir ein Kernanliegen und ich weiß, dass dafür der Bedarf nach intensiverer Kinderbetreuung steigt. Entsprechend dem Bedarf will ich die Betreuung weiter ausbauen, auch in den Ortsteilen.

Jungen Familien will ich Bauplätze zur Verfügung stellen. Im Augenblick läuft die Bebauung Margrafenstraße an, danach kommt das Baugebiet Im Tal. Im Löhnen werde ich durch intensive Verhandlungen die Chance nutzen, die vielen Baulücken zu schließen. Genauso Wichtig sind auch Neubaugebiete. In den Ortsteilen konnten wir das in den vergangenenn 8 Jahren jeweils umsetzen, jetzt ist Gottmadingen an der Reihe. Ich kann mir eine ein Baugebiet beim Evangelischen Kindergarten am „Namenlosen Weg“ oder südlich des Friedhofs vorstellen. Bereits für das nächste Jahr habe ich mir gemeinsam mit dem Gemeinderat die Diskussion über ein weiteres Gebiet in Bietingen vorgenommen.
Nicht jeder kann und will aber ein Einfamilienhaus bauen. Wir brauchen aber auch dringend Eigentums- und Mietwohnungen. Es gibt die Chance, die Lücke im Kohlberg zusammen mit einem Investor endlich zu schließen. Ich setzte mich dafür ein, dass wir sie uns nicht entgehen lassen. Richtig Potential sehe ich auch in den freien Flächen an der Hardt- und Fliederstraße. Hier will ich die Diskussion zusammen mit der Wohnungsbaugenossenschaft anstoßen.

Wirtschaftförderung ist eines meiner Kernthemen und das soll auch so bleiben. Ich will, dass in Bietingen ein neues, großes Gewerbegebiet vor dem Zoll entsteht, nachdem wir im Goldbühl kaum mehr Flächen haben. Das alte Fahr-Areal konnten wir als Sanierungsgebiet ausweisen und können es so mit hohen Zuschüssen vom Land erhalten. Ich sehe es als meine Aufgabe, zusammen mit den Eigentümern die Hallen für neue Firmen zu erneuern.

In der Eichendorff-Schule erarbeiten Lehrer und Eltern zur Zeit ein neues pädagogisches Konzept, das Real- und Hauptschule zusammenführt und auf eine Ganztagsbetreuung hinzielt. Die bauliche Umsetzung dieses Konzepts und die Sanierung des Hauses wird von der Gemeinde hohe Investitionen erfordern. Dieses Projekt werde ich nachdrücklich vorantreiben, denn das sind wichtige Investitionen für die Zukunft unserer Kinder. Baulich wird das sicher eine der wichtigsten und anspruchvollsten Maßnahmen der kommenden Amtsperiode.

Auch unser Höhenfreibad, in dem auch ich als Kind schon herrliche Sommertage verbracht habe, wird irgendwann grundlegend saniert werden müssen. Das wird teuer, aber ich denke, das ist es uns wert. Ich stehe zu unserer Freizeitperle und ich will diese Sanierung umsetzen.

Meine Damen und Herren, nicht nur Sachthemen sind mir für die nächsten 8 Jahre wichtig sondern auch das Miteinander und das Zusammenleben bei uns im Ort.
So freue ich mich, dass wir trotz allem Sparen gerade die Schwächsten nicht vergessen haben. Mit dem Sozialpass      und der Arbeit des Sozialkreises      haben wir hier einen guten Zugang gefunden. Dass ich dieses unbürokratische Vorgehen, dieses Achtgeben auf die Bedürftigen in der Gesellschaft weiter unterstützen werde, darauf können Sie sich verlassen.
Viel an sozialem Rückhalt, an Integration und an Angebot auch für die Kinder und Jugendlichen bieten gerade die Vereine. Immer wieder beeindruckt mich, was hier gemeinsam auf die Beine gestellt wird.
Die gerechte und transparente Vereinsförderung, die wir auf den Weg gebracht haben und die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements sind wichtig. Daran will ich festhalten und diesen Bereich konsequent ausbauen.
Mit der Einführung der Dorfgespräche, der Diskussion darüber, was uns alle interessiert, haben wir für Gottmadingen eine ganz eigene, und wie ich finde, eine ganz neue Qualität und Art der ehrlichen Bürgerbeteiligung gefunden. Daran will ich konsequent festhalten

Meine sehr geehrten Damen und Herren, selbstverständlich konnte ich Ihnen mit diesen wenigen Punkten nur einen Überblick darüber geben, wie ich gemeinsam mit Ihnen Gottmadingen weiterentwickeln möchte. Der eine oder die andere von Ihnen mag Punkte vermisst haben, dann freue ich mich auf die Diskussion mit Ihnen dazu.
Ich lade Sie ein, mit mir zu diskutieren und die Zukunft unserer Gemeinde mit zu gestalten.
Dabei will ich von meiner Seite weiterhin Fleiß und Verlässlichkeit und vor allem das Herzblut für meine Heimatgemeinde mitbringen. Ich glaube fest daran, dass es uns dann gemeinsam gelingen wird, die Herausforderungen der kommenden acht Jahre zu meistern und Gottmadingen in eine gute Zukunft zu führen.

Das ist es, was ich die nächsten acht Jahre als Ihr Bürgermeister tun möchte und bitte Sie deshalb am
14. Oktober um Ihr Vertrauen und Ihre Stimme dazu.

Vielen Dank!

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